(TVLuke)
So, es ist offiziell, seit gestern schreibe ich nun also offiziell an meiner Diplomarbeit. In 6 Monaten ist selbige abzugeben und das wird eine menge Arbeit sein. Warum schreibe ich das hier? erstmal haben viele meiner Freunde in ihren Blogs auch von ihrer Diplomarbeit berichtet (leider ist von all diesen Einträgen nur noch der in dmws weblog am Leben, die anderen sind den weg aller Blogs gegangen) und zweitens sei es eine Erklärung warum hier in den nächsten Monaten nahezu nichts los sein wird. Gerade der Januar war ja doch recht reich an Blogeinträgen (die meisten hatte ich in den Weihnachtsferien vorverfasst) und einige Wenige wird es sicherlich noch geben, aber es wird leider wieder Stille einkehren.
Doch was ist die Diplomarbeit. Da ich ohnehin ein Expose schreiben musste, in welchem ich dies erläutere, kopiere ich selbiges einfach mal hier rein:
Sei es bei der Arbeit im Büro oder bei einer Besprechung: Unterbrechungen durch ein Klopfen an der Tür gehören zum Alltag aller Menschen, die in Büros arbeiten. Genauso störend kann das Klingeln des Telefons oder blinken des Instant Messengers sein. Die Effizienz der Arbeit nimmt dadurch merklich ab.
Die Anzahl solcher Störungen zu verringern ist daher Zielsetzung des am Institut für multimediale und interaktive Systeme (IMIS) begonnenen Projekts MATe (Mate for awareness in teams). Mit Hilfe von Sensoren, RFID-Chips, per SMS oder Webabplikationen sollen Nutzerdaten gesammelt werden, um sie unter anderem auf Türschildern mit einem Display anzuzeigen. Dadurch soll eine reibungslose Zusammenarbeit mit weniger Unterbrechungen erreicht werden.
Anknüpfend an diese Ideen soll in dieser Arbeit ein System befähigt werden zu folgern, wann ein Nutzer unterbrechbar ist, ohne dass dieser explizit Informationen eingibt. Grundlegend für diese Fragestellung ist ein Verständniss für den Begriff der Unterbrechbarkeit. In welcher Situation, als Kontext abgebildet, befindet sich also der Nutzer. Ein System, das anstelle von expliziten Anweisungen den Kontext erkennen soll und dementsprechend den Zustand ändert, ist auf diese Information angewiesen.
Die erste Frage ist also „Was ist Kontext?“ und wie modelliere ich den Kontext einer Person in ihrer Arbeitsumgebung. Das IMIS und seine Mitarbeiter stellen insofern eine typische Arbeitsumgebung dar, als dass sich die Arbeit spezifisch auf sogenannte Knowledge-Worker beschränkt.
Welche Informationen aus dem Arbeitsfeld modelliert werden und in welcher Granularität, ist zu entscheiden, bevor die technische Umsetzung fokusiert wird. Im Detail wird betrachtet, wie Kontextdaten gespeichert werden, mit Hilfe welcher Tools das Reasoning, also die logische Verarbeitung des Kontextes hin zu einer widerspruchsfreien Darstellung durchgeführt wird und welche Fragen durch diesen Prozess geklärt werden müssen, um Informationen bezüglich der Unterbrechbarkeit zu erhalten. Mit diesen Informationen können nun Konsequenzen für die im Rahmen des MATe-Projekts entstandenen Services, oder andere Dienste, gezogen werden. Das System lässt Datenströme entweder passieren oder blockiert sie (dauerhaft oder vorläufig). Je nachdem ob im Rahmen der Analyse die Notwendigkeit oder Nützlichkeit gefunden wird, könnte das System auch weitere Information generieren oder abwandeln.
Wie aber stellt man die Information dar (sei es auf Türschildern oder anderorts) und welche Folgen hat eine bestimmte Art der Darstellung? Dabei ist abzuschätzen, inwiefern das System die Entscheidung trifft oder ob ein potentieller Störer anhand der ihm gegebenen Information (z.B. „Bin in einer Besprechung“) am besten selbst entscheiden kann, wie vorzugehen ist.
Durch die Möglichkeit, sich den Nutzern anzupassen und durch Lernfähigkeit soll das System während der Laufzeit die Kontexterkennung verbessern. Wenn der Kontext nicht erkannt wird, soll das System in der Lage sein, mehr Information zu erbitten (z.B. über Instant Messenger) um individuell den Kontext umzudefinieren und um neue Kontexte hinzuzufügen.
Wenn Handlungen von Personen mit Hilfe von Sensoren erfasst werden, um Informationen weiterzugeben, ist die Privatsphäre der Nutzer zu beachten. Jeder Nutzer hat die Möglichkeit, über ein Webinterface seine Privacypolicy festzulegen. Dabei wird nicht nur über die Verwendung und Weitergabe, sondern auch über die Granularität entschieden. Die Informationen können unterschiedlicher Art sein: Termine, Nachrichten, Sensordaten physikalischer und virtueller Sensoren, RFID-Scanner, Social Networks uvm.
Ebenfalls in den Bereich Privacy fällt die Frage, wo die gespeicherten Daten gelagert werden (zentral oder verteilt), wo die Zugriffsdaten für genutzte Services hinterlegt werden, und wer, wenn überhaupt jemand, auf die gesammelten Rohdaten Zugriff hat. Hier spielen auch Bedenken im Sicherungsbereich (Verschlüsselung, Absicherung) eine Rolle. Diese Aspekte werden in dieser Arbeit zwar diskutiert, in der Implementierung aber nicht berücksichtigt werden.
Danach stehen im Expose noch einige technische Sachen die in diesem Medium nicht interessant erscheinen.
Soweit also mein “statement of intent”, ich schreibe in 6 Monaten was daraus geworden ist.